Die Darsteller und ihre Figuren
Kolbein Lauring und Max Manus wuchsen in Ljan, einem Vorort von Oslo, als beste Freunde auf. Kolbein und Max dienten zusammen beim Militär und zogen gemeinsam in den Finnlandkrieg, wo ihm von Max das Leben gerettet wurde. Er war einer der Pioniere des norwegischen Widerstands und die rechte Hand von Max Manus. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und verbrachte zwei Jahre und neun Monate im Gefangenenlager von Grini außerhalb von Oslo. Nach seiner Freilassung nahm er seine Arbeit im Widerstand umgehend wieder auf. 1987 starb er im Alter von 73 Jahren.
CHRISTIAN RUBECK, Jahrgang 1980, stammt aus dem norwegischen Moss. Als Schauspieler wurde er am Drama Centre in London ausgebildet. Normalerweise arbeitet er auch in London. Sein norwegisches Debüt gab er als Lars in Joachim Triers Film „REPRISE“ („Auf Anfang“, 2006). Unlängst sah man ihn außerdem in „Nattsøsteren“ aka „The Night Sister“ und dem Familienfilm „SOS: SUMMER OF SUSPENSE“ („S.O.S. – Ein spannender Sommer“, 2007). Zu seinen weiteren Fernseh- und Filmarbeiten zählen „MILLIONS“ („Millionen“, 2004), „Hawking“, „E=MC2“, „The Girl in the Café“, „Marple: A Murder is Announced“, „Hotel Babylon“, „The Battle of Britain“, „The Search for the Northwest Passage“, „Dream Team“, „Wild West“ und „ROTTENETTER“ aka „Rat Nights“ (2009), der gerade in Norwegen Premiere gefeiert hat.

Gregers Gram wurde 1917 in Ullern geboren, einem wohlhabenden Viertel von Oslo. Er war der Sohn des Stadtbeamten Harald Gram und Enkel eines ehemaligen Premierministers von Norwegen, der ebenfalls Gregers Gram hieß. Gregers schloss sich der Kompanie Linge an und spezialisierte sich auf illegale Propaganda. Mit Max Manus organisierte er die Operation Derby und nahm an weiteren wichtigen Aktionen während des Krieges teil. Am 13. November 1944 geriet er in Oslo in einen Hinterhalt der Gestapo und wurde erschossen.
NICOLAI CLEVE BROCH, Jahrgang 1975, besuchte die Nationalakademie der Künste in Oslo und ist aktuell beim Nationaltheater unter Vertrag. Im letzten Jahrzehnt konnte er sich aber auch mit seiner Arbeit für Film und Fernsehen einen Namen machen. Tatsächlich kam er zu Beginn der 00er-Jahre mit seiner Rolle in der Fernsehserie „Lekestue“ aka „Playroom“ einen Namen. Seither hatte er Hauptrollen in nationalen Kassenerfolgen wie „Buddy“ („Buddy“, 2003) und „URO“ („Uro“, 2006). 2008 spielte er mit Max Manus-Hauptdarsteller Aksel Hennie in Eva Sorhaugs „LØNSJ“ aka „COLD LUNCH“ (2008) sowie in „DEN SISTE REVEJAKTA“ aka „THE LAST JOINT VENTURE“ (2008) nach dem Roman „Der letzte Deal“ von „Elling“-Erfinder Ingvar Ambjørnsen.
Max Manus führte ein höchst ungewöhnliches und aufregendes Leben. Er kehrte Norwegen im Alter von 14 Jahren den Rücken und lebte ein paar Jahre in Südamerika. 1940 meldete er sich freiwillig, um im Winterkrieg in Finnland zu kämpfen. Als Deutschland Norwegen einnahm, kehrte er zurück nach Hause. Er nahm am südnorwegischen Feldzug teil und schloss sich umgehend dem Widerstand an, als Norwegen im Juni 1940 die Waffen streckte. Seine berühmteste Leistung war es vermutlich, im Winter 1945 außerhalb von Drobak den berüchtigten Frachter Donau zu versenken, aber Max Manus war auch an einer Reihe anderer wichtiger Sabotageakte beteiligt. Zusammen mit Gunnar Sønsteby und Gregers Gram sprengte er das Archiv des Reichsarbeitsdienstes in Oslo. Dies bewerkstelligten sie mitten am Tag und halfen damit, die Nazis daran zu hindern, junge Norweger zu mobilisieren und an die Ostfront zu schicken. Während der Befreiung war Max während dessen Rückkehr einer der persönlichen Bewacher von Kronprinz Olav. Im Anschluss übte er dieselbe Aufgabe aus, als am 7. Juni 1945 König Haakon VII mit der königlichen Familie zurückkehrte. Als Max nach dem Krieg mit seinem Freund Kolbein Lauring eine Machinenfabrik aufbaute, war er der erste Norweger, der auch Kollaborateuren eine Anstellung gab. „Der Krieg ist vorbei“, war seine Erklärung. „Wir müssen miteinander auskommen.“ Am 20. September 1996 starb Max Manus im Alter von 81 Jahren in Spanien.
AKSEL HENNIE, Jahrgang 1975, ist einer der namhaftesten und erfolgreichsten norwegischen Schauspieler seiner Generation. Er wurde bei den norwegischen Amanda Awards und beim Kosmorama Film Festival in Trondheim als bester Darsteller prämiert und machte bei einer Reihe von internationalen Festivals auf sich aufmerksam. 2004 war er einer der Shooting Stars der European Film Promotion.
Hennie kann auf eine erfolgreiche Karriere beim Theater verweisen, wo er unter anderem als Hamlet überzeugte. Zu seinen Filmarbeiten zählen „1732 HØTTEN“ aka „BLOODY ANGELS“ („Der Tod hat eine Postleitzahl“, 1998), „JONNY VANG“ (2003), „ULVESOMMER“ aka „WOLF SUMMER“ (2003), „BUDDY“ („Buddy“, 2003), „DEN SOM FRYKTER ULVEN“ aka „CRY IN THE WOODS“ („Ein Schrei in den Wäldern“, 2004) und „HAWAII, OSLO“ (2004). Zudem war er Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor von „UNO“ („Uno“, 2004). Zuletzt sah man ihn in Eva Sorhaugs Film „LØNSJ“ aka „COLD LUNCH“ (2008). Ende 2008 spielte er in „I ET SPEIL I EN GATE“ aka „THROUGH A GLASS, DARKLY“, der Verfilmung des Romans „Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort“ von Jostein Gaarder. Aktuell hat er den Film „REGNSKAP“ abgedreht.
Im Fernsehen spielte er in einer Episode von „Der Kommissar und das Meer“.
Hennie kam außerdem zu kurioser Bekanntheit, weil er der erste Norweger war, der in seiner Heimat wegen Graffiti-Sprühens verurteilt wurde.
Tikken Lindebrække war die Tochter des Landeshauptmanns von Bergen und die Schwester des Anführers der Konservativen Partei von Norwegen, Bankdirektor Sjur Lindebrække. Sie arbeitete an der britischen Gesandtschaft in Stockholm und war der Ansprechpartner für die Agenten der Kompanie Linge, die Stockholm während des Krieges als Basis benutzten. Tikken und Max Manus lernten sich in dieser Zeit kennen. 1947 heirateten sie. Sie ist auch heute noch aktiv und hellwach – im Alter von 91 Jahren. Mit ihrer Familie lebt sie außerhalb von Oslo.
AGNES KITTELSEN kommt aus Vaagsbygd in Kristiansand im Süden von Norwegen. Zu erster Bekanntheit kam sie 2004 mit der Rolle der Annelie in der Fernsehserie „Skolen“. In der Serie „Brodrene Dal og mysteriet med Karl XIIs gamasjer“ aus dem Jahr 2005 war sie als Mette-Mari Dal zu sehen. Überdies hatte Kittelsen Rollen in den Kurzfilmen „Luggage“ (2004) und „Road Movie“ (2006). Max Manus ist ihr erster Kinofilm. In Kürze kann man sie in einer Rolle in dem letzten Teil von Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie, „LUFTSLOTTET SOM SPRÄNGDES“ („Vergebung“, 2009), sehen.

Kriminalrat Siegfried Fehmer war ein deutscher SS-Offizier der Gestapo in seinen späten Dreißigern, der die Jagd auf Max Manus orchestrierte. Er wurde als Anwalt ausgebildet und war Polizist in München, bevor er nach Norwegen geschickt wurde. Er war bekannt für seinen messerscharfen Verstand und sein gutes Aussehen – und galt als großer Verführer. Fehmer liebte Norwegen und konnte nicht verstehen, warum die Norweger die deutschen Besatzer nicht mit offenen Armen empfingen. Gleichzeitig war er ein unbarmherziger Gegner aller Feinde des Dritten Reichs und wurde für seinen Einsatz zum Chef der Gestapo in Norwegen befördert. Am 16. März 1948 wurde er im Alter von 37 Jahren von einem norwegischen Erschießungskommando exekutiert.
KEN DUKEN, Jahrgang 1979, zählt in Deutschland längst zu den führenden Schauspielern seiner Generation. Gerade erst sah man ihn in einer prägnanten Rolle in Quentin Tarantinos „INGLOURIOUS BASTERDS“ („Inglourious Basterds“, 2009). Aktuell kann man ihn im Kino in einer Hauptrolle in Til Schweigers „ZWEIOHRKÜKEN“ (2009) erleben, der Fortsetzung des Sensationserfolgs „KEINOHRHASEN“ von 2007.
2009 gewann er mit „Willkommen zuhause“ den Bayerischen Fernsehpreis als Bester Schauspieler (Fernsehspiel/Fernsehfilm). Schon zweimal erhielt er den Adolf-Grimme-Preis: 2005 für „Kiss and Run“ und 2008 für „Eine andere Liga“, der ihm auch den Darstellerpreis auf dem 5. Monte-Carlo Film Festival de la Comédie einbrachte. 2004 wurde Duken für „Tödlicher Umweg“ mit dem Undine Award ausgezeichnet.
Ken Duken wirkte bereits in über 50 Produktionen mit. Kinorollen übernahm er dabei unter anderem in „Distanz“ (2008), „Gellert“ (2007), „Karol, un uomo diventato Papa“ („Karol – Ein Mann, der Papst wurde“, 2005), „Nitschewo“, „100 Pro“ (2001), „Gran Paradiso – Das Abenteuer Mensch zu sein“ (1999) und „Schlaraffenland“ (1999).
Auf dem Bildschirm war Duken 2009 als Fluglotse in „Flug in die Nacht – Das Unglück von Überlingen“ zu sehen. Zuvor spielte er die Titelrolle in „König Drosselbart“ und den Anatol in Robert Dornhelms Vierteiler „Krieg und Frieden“. Weitere TV-Rollen umfassen „Störtebeker“, „Nachtschicht I–V“, „Ali Baba“, „Augustus“, „Im Visier des Bösen“, „Todesengel“, „Nachtangst“, „Mörderherz“, „Rosa Roth – Geschlossene Gesellschaft“, „Rette deine Haut“, „Einladung zum Mord“, „Die Nacht der Engel“ und „Blutiger Ernst“.

Gunnar Sønsteby war der Anführer der berüchtigten „Oslo-Gang“. Er ist Norwegens meistdekorierter Bürger und bekannt als einer wichtigsten Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs. Er lebte im selben Wohnblock wie Max Manus und war früh an der Veröffentlichung der illegalen Zeitung „Vi vil oss et land“ (Wir wollen unser Land) beteiligt. Sønsteby war bekannt dafür, nie die Kontrolle zu verlieren und nie einen Fehler zu begehen. Er ist mittlerweile 91 Jahre alt, hält immer noch Vorträge an norwegischen Schulen über den Zweiten Weltkrieg und reist mittlerweile mit dem Film um die Welt, um Jugendlichen seine Geschichte zu erzählen.
KNUT JONER, Jahrgang 1987, stammt aus Oslo und machte seinen Schulabschluss 2006 an der Hartvig Nissen Hochschule. Er hatte eine Rolle in dem Theaterstück „Klassefiende“, aus dem der Film „RESPEKT“ (2008) erwuchs. Unlängst sah man ihn in Unni Lindells Serie „Nattsøsteren“ aka „The Night Sister“. Joner ist überdies Mitglied in der Punkband Blodbank, die sich in der norwegischen Hauptstadt einen Namen gemacht hat.
